Birger Schäfermeier – Interview eines geschädigten Kunden

Das Interview

Joachim, erzählen Sie uns zuerst etwas über sich und wie Sie zur Arete Trading GmbH gekommen sind

Ich bin den Großteil meines Lebens Geschäftsmann in leitender Funktion. Und seit 2010 selbst an der Börse aktiv ist. Nach einigen Experimenten habe ich mich für die Markttechnik als bevorzugte Analyse- und Entscheidungsmethode entschieden. Damit einher gingen Weiterbildungen mit der Voigt´schen Literatur sowie vielen Seminaren und Webinaren. Eine der dabei erworbenen Kenntnisse war die Bedeutung von Money- und Risikomanagement.

Bedingt durch meine berufliche Stellung war es mir nicht möglich im kleinen Zeitfenster zu traden. Mehrmals nahm ich an Veranstaltungen der Gurus der deutschen Tradingszene teil, darunter an jenen von Herrn Schäfermeier. Mit der Eröffnung eines Managed Accounts 2012 bei Arete Trading GmbH war meine Intention ein Depot in kleineren Zeitfenstern führen zu lassen, die Spezialität von Herrn Schäfermeier war ja vorgeblich das Daytrading. Meine Überlegung war zunächst mit einer Summe von 100.000 Euro die Performance zu testen, um dann im Erfolgsfall dieses Depot bedeutend aufzustocken.

Ausschlaggebend für die Entscheidung für Arete Trading GmbH waren die Bekanntheit und der Ruf von Herrn Schäfermeier. Versprochen und auch durchgeführt wurde diskretionäres Trading, welches auf jede Marktsituation flexibel reagieren können sollte. Versprochen wurden vor allem auch ein striktes und diszipliniertes Risiko- und Moneymanagement.

Dass das Engagement mit Risiken verbunden wäre war mir bekannt und bewusst. Garantien gibt es schließlich nicht, und schon in der präsentierten Performance bis 2012 waren zwischenzeitliche Drawdowns von bis zu -30% zu erkennen.

Warum müssen wir Sie voerst noch anonymisieren?

Da ich im öffentlichen Leben stehe, möchte ich das noch so weit wie möglich vermeiden. Aber BrokerDeal liegen ja die Verträge, die Verkaufsprospekte und der Mailverkehr lückenlos vor. Hieraus ist ersichtlich, dass es sich um reale Vorgänge und reale Personen handelt. Im Bedarfsfall kann dies auch durch einen Rechtsanwalt bestätigt werden.

Wie kam es nun konkret zur Vertragsanbahnung und was haben Sie sich davon versprochen?

Nachdem mir Herr Schäfermeier schon länger bekannt war durch Lektüre und Seminare/Webinare, erfuhr ich von der Gründung seiner Vermögensverwaltung. Ich nahm dann Kontakt mit ihm auf im April 2012 und war bereit 100.000 EUR als Erstinvestition zu tätigen. In der Bereitschaft, noch deutlich mehr aufzustocken im Erfolgsfall. Wie dieser aussehen könnte kann man dieser Verkaufspräsentation entnehmen.  Die Performance mit 132% Gewinn in etwas mehr als drei Jahren schien mir sehr vielversprechend, die deutlich sichtbaren Schwankungen ließen dabei auch eine gewisse Risikobereitschaft erahnen.

Track Record Managed Accounts 2012-MAI-2

In der Präsentation wurde darauf hingewiesen, dass Kontoauszüge die diese Performance belegen angefügt seien. Waren Sie aber nicht.

Kontoauszüge aus dem Jahr 2009, 2010 und 2011 hätten der Präsentation beigefügt sein sollen, waren sie aber nicht

Haben Sie gar nicht nachgehakt? So hatten Sie doch keine Gewissheit ob diese Performance nachweislich echt war?

Nein, ich habe mich damit zufrieden gegeben. Ein Fehler, wie sich im Nachhinein herausstellte. Wiewohl auch ein erfolgreicher Track Record keine Garantie für künftige Erfolge ist.

arete-futures-managed-account-factsheetWir waren neugierig wie es offiziell weiterging nach 2012, und haben uns von Arete dieses aktuelle Factsheet schicken lassen. Sieht sehr gut aus mit +95% Gewinn und positiven Kennzahlen. Nur startet diese Darstellung erst Ende 2014. Haben Sie während Ihrer Geschäftsbeziehung, die ja von 2012 bis 2016 dauerte, weitere offizielle Performancedarstellungen erhalten?

Nein, diese Lücke von 2012 bis 2014 wurde von keinen offiziellen Angaben abgedeckt. Ich kann mir diese extrem junge Historie nur mit meiner Vermutung erklären, dass hier drei sehr schwache Jahre einfach ausgeklammert werden sollen.

Nehmen wir kurz den Vermögensverwaltungsvertrag selbst unter die Lupe, mit folgenden Kernpunkten:

  • Mindestanlage 100.000 EUR
  • Trading Frequenz ca. 1.000 Roundturn pro Jahr, kurzfristiger Handel
  • Handelsstil: diskretionär
  • durchschnittl. Risiko einer Position ca. 0,75% des Depotwerts
  • Gewinnbeteiligung in Höhe von monatlich 25% auf den Nettogewinn (High Watermark)
  • Verwaltungsgebühr von 2% p.a.
  • Verlustschwelle von 30%

25% vom monatlichen Nettoertrag sind schon nicht wenig, aber Sie wurden ja nicht gezwungen zu diesen Konditionen anlegen zu lassen. Spannend finden wir aber vor allem auch folgenden Punkt im Vertrag: der Klient erlaubt mit seiner Unterschrift, dass sich Arete vom Broker gewährte Gebührennachlässe in vollem Umfang als zusätzliche Vergütung behalten kann. Soll heißen dem Kunden werden z.B. 5€ Gebühr für einen FDax-Kontrakt berechnet. Tatsächlich kann der Broker aber weniger verlangt haben, die Differenz behält der Vermögensverwalter.

Ja, darauf habe ich aber eigentlich keinen Gedanken verschwendet. Ob diese Vorgehensweise geläufig und üblich ist, kann ich nicht beurteilen. Und ich kann auch im Nachhinein nicht mit Bestimmtheit sagen, ob von den im Laufe der Zeit 3 verschiedenen Brokern Rückflüsse an Arete geflossen sind oder nicht. Ich denke aber eher nicht, da mir Herr Schäfermeier im Zuge der Vertragsanbahnung per Mail Folgendes zusicherte:

die Gewinnbeteiligung beträgt 25%, dafür erhält die Arete aber keine Rückflüsse von Tradinggebühren

Ich weiß nicht wie es letztendlich tatsächlich war, und auf Ihre Versuche der Kontaktaufnahme wurde ja scheinbar auch nicht reagiert.

Das ist aber schon ein potentieller Interessenkonflikt, man könnte so unnötig viele Trades durchführen?

Das stimmt schon, aber solange die Performance stimmte wäre mir das auch egal gewesen. Da bin ich dann auch bereit 25% Erfolgsbeteiligung zu zahlen, das Vertrauen in Herrn Schäfermeier hatte ich ja. Und wie gesagt weiß ich nicht ob nun Rückflüsse gezahlt wurden oder nicht.

Sehr interessant fanden wir auch jenen Passus im Vertrag, der eine Verlustschwelle von maximal 30% zusichert. Hat das funktioniert?

Die wurde völlig ignoriert, auch nachdem ich mehrmals nachgehakt habe und um das Ziehen eines “roten Fadens” gebeten habe. Auf diese Bitten wurde wiederholt einfach nicht eingegangen.

Und trotzdem haben Sie Ihr Geld weiterhin in der Vermögensverwaltung belassen?

Ja, leider. Enorme Anfangsverluste traten ja schon nach wenigen Monaten ein, da dachte ich noch es würde langfristig alles gut werden. Wie schon erwähnt hat es lange gedauert, bis mein Vertrauen geschwunden ist. Zudem wurde mir gesagt, dass man in der Vermögensverwaltung einen Zeitraum von 3 Jahren sehen muss.

Ein weiterer Bestandteil des Vertrags ist eine monatliche Berichtspflicht von Arete, mit Aufschlüsselung der angefallenen Gebühren und Entgelte. Diese finden wir aber nicht in Ihrer so umfangreichen Dokumentation der Ereignisse?

Das Grund ist einfach: in keinem der 42 Monate während die Verwaltung lief wurde mir so ein Report übermittelt. Nur einmal ganz zu Beginn erhielt ich per Mail einen kurzen Überblick über die bisher angefallenen Gebühren, Verluste und Gewinne. Als die Performance in den Keller stürzte, ging die Kommunikation nur noch von mir aus.

 

…original Artikel unter:
http://www.brokerdeal.de/blog/arete-trading-von-birger-schaefermeier-nicht-alles-gold-was-glaenzt

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